TALKING IS NECESSARY

Guten Tag meine Lieben,

wenn ich manchmal so durch die Stadt gehe, auf Instagram unterwegs bin, mir ein Video auf You Tube anschaue oder einfach in Zeitungen blättere trifft mich ehrlich gesagt der Schlag. Ich erschrecke mich förmlich davor, wie viele Menschen immer noch unglaublich dünn sind. Hierbei rede ich nicht von natürlich dünnen oder schlanken Menschen, sondern von sichtlich krank dünnen , untergewichtigen Menschen.

Ich ertappe mich dabei, wie mich es runterzieht zu sehen, wie sich die Menschen so fertig machen lassen, dass sie so wenig wert auf ihre Gesundheit legen und sich dermaßen runterhungern. Nicht etwa, weil ich es nicht verstehe,  wie so etwas passieren kann, denn ich weiß, wie das alles ist. Ich hatte selber viele Monate mit Anorexia Nervosa und Depressionen zu kämpfen.

Ich wusste selber nicht, wie ich mit meinem Leben umgehen soll, wie ich alle meine Fehler und Fehler von anderen verarbeiten soll. Ich konnte einfach nicht mehr, blickte dem Tod sichtlich ins Auge, hatte viele Tage an denen ich nicht mehr wollte, einfach für immer weg sein wollte, das alles nicht mehr ertragen konnte.

Ich erinnere mich daran, wie ich Monate lang, jeden Morgen versuchte aufzustehen und das erste was passierte, war, dass mir schwarz vor den Augen wurde, weil ich nicht mehr die Kraft und Energie hatte um, wie ein gesunder Mensch, aufzustehen.  Ich erinnere mich daran, wie ich nach vielen Minuten geschafft hatte auf meinen Beinen zu stehen und die ersten Schritte in Richtung Badezimmer ging, aber schon dort wieder das Gefühl hatte umzukippen. Ich erinnere mich daran, wie ich versuchte mich auf einem Stuhl abzustützen, weil ich merkte wie mein Kreislauf versagte, doch genau dann war es zu spät und es riss mich mit dem Stuhl, auf dem ich versuchte mich abzustützen, zu Boden. Ich erinnere mich, wie mir mein ganzer Körper noch Tage später schmerzte und die Blauenflecken lange zusehen blieben.

Ich erinnere mich daran, wie ich jeden Morgen mit leerem Mangen in die Schule ging, es nicht aushalten konnte, spätestens in der Dritten Stunde mein Magen so laut knurrte, dass es jeder hören konnte und es mir einerseits unangenehm war und ich anderer Seits nicht anders konnte, da ich es nicht ausgehalten hätte, etwas zu essen, vor allem nicht vor anderen Menschen, in der Schule.

Es fühlte sich immer so an, als sei dieses der einzige Weg, das Hungern der einzige Weg um vor mir und meinen Problemen wegzulaufen.

Ich erinnere mich daran, wie ich einerseits akribisch versuchte jeden Spiegel zu meiden und anderer Seits in jeden Spiegel schaute, weil ich mich vergewissern „musste“, dass ich noch so aussah wie vor einer Minute, dass ich nicht zugenommen hatte. Ich erinnere mich daran, wie ich Stunden vor dem Spiegel stand, weinte, es nicht ertragen konnte, wie ich aussah. Zu viel war es, einfach zu viel. Es war einfach alles zu viel.

Ich verlor so, so viele Kilos und es war trotzdem viel zu viel für mich, mein Blick war völlig verfälscht. Das etreme Untergewicht brachte mich dazu, dass ich mehr wollte, mehr Untergewicht bzw. weniger ICH. Ich wollte mich einfach nicht mehr sehen, ich wollte noch weniger ich sein und noch weniger anderen Menschen  unter die Augen treten.

Wann erinnere ich mich daran? Genau in den Augenblicken, wenn ich Bilder von Menschen sehe die ebenfalls so dünn sind, wenn ich höre das wieder jemand an einer Essstörung oder an Depressionen erkrankt ist, wenn ich Bilder betrachte auf dem ein Mensch abgelichtet ist, der abgemagert ist und immer wieder sagt, dass es ihm gut gehe, um die anderen Menschen zu meiden.

Und genau dann, dann möchte ich am liebsten diesen Menschen in den Arm nehmen, ihm sagen, dass das alles keinen Sinn macht, ihm sagen, dass er sich nicht verstecken braucht. Ihm sagen, dass es keinen Grund gibt zu hungern, ihm erklären, wie man anstatt dessen mit seinem Problemen umgehen sollte. Dass man über seine Probleme reden muss, wenn man etwas nicht aushalten kann, dass man sich nicht schämen muss, weil man selber oder andere einen Fehler, großen Fehler begangen hat.

WIR alle müssen reden, wenn wir ein Problem haben, wir müssen sagen was uns auf dem Herzen liegt, wir müssen den Mund auf machen und dürfen uns nicht vor uns selber verstecken. Denn was dann passieren kann, das habe habe ich durchgemacht, dann kann es passieren das man völlig die Kontrolle über sich und sein Leben verliert, dass man in eine Essstörung rutscht und Depressionen bekommt.

Ich habe es geschafft die Essstörung zu besiegen, doch ich weiß wie viele Menschen da draußen sind und jeden Tag das durchmachen, was mein damaliges Leben bestimmt hat und mich selber kaputt gemacht hat. Genau deshalb möchte ich euch sagen, dass das Leben viel zu viel Wert ist, um zu hungern, um die Probleme nicht auszusprechen und sich anstelle dessen selber kaputt zu machen.

REDE über deine Ängste. Sprich über deine Probleme. rede über deine Gedanken und versteck dich niemals! Du darfst dich dabei unwohl fühlen, du darfst Gefühle zeigen, weinen. Aber was du nicht darfst ist deinen Ängsten und Problemen den Rücken zuzukehren, denn dann machst du genau das was ich auf keinen Fall weiter bringt.

Du bist so viel mehr Wert als du denkst, du hast so viel mehr verdient, als du glaubst und du, ja du, du kannst es schaffen eine Essstörung zu besiegen, wenn du es in deine Hand nimmst!

Ich hoffe sehr, dass ich euch hiermit verdeutlichen kann, dass es so wichtig ist, dass man redet, wenn man ein Problem hat und sich nicht dahinter versteckt, sondern egal wie schwer es ist wagt es anzusprechen.

Solltet ihr irgendwelche Fragen haben, so hinterlasst sie mir doch gerne in den Kommentaren oder auf Instgram.

Habt einen tollen Tag, meine Lieben.

Aller Liebste Grüße eure Sophie

2 Kommentare zu „TALKING IS NECESSARY

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