ANOREXIA NERVOSA: THE QUESTION „WHY?“

 

Guten Abend, 

in der letzten Zeit bekomme ich immer wieder Nachrichten von Menschen mit Essstörungen. Die Nachrichten sind alle super lieb geschrieben und ich freue mich total über sie, über euer Feedback und die Interaktion zwischen uns, aber es wurde mir schon der ein oder andere Satz geschrieben, der mich nachdenklich machte.

Vor ein paar Tagen erreichte mich eine Nachrichten mit den Worten „Macht es Sinn noch zu leben?“. 

Das erinnert mich sehr an die damalige Zeit, die Zeit in der ich mir die Frage immer wieder stellte und mich selber schon aufgegeben hatte. Darum versuche ich jetzt euch einen Einblick zugeben um Essgestörten und deren Angehörigen zu helfen. 

Ihr müsst wissen, dass ich diese Zeit wirklich gerne vergessen möchte, aber das ist nicht möglich, da sie mich auch ein Stück weit zu dem gemacht hat was ich jetzt bin, ICH BIN LEBENSFROH! 

Eine lange, sehr lange Zeit sah jeder Tag für mich gleich aus. Jeden Tag wollte ich nicht aufstehen, musste direkt weinen und konnte keinen Sinn sehen. Es schwirrten tausend Fragen in meine Kopf herum:“ Warum soll ich etwas essen? Warum soll ich mich Pflegen? Warum soll ich etwas für mich tun? Die Fragen nach dem „Warum…?“, waren immer da und belästigten mich sehr. 

Ich schleppte mich dennoch jeden Tag in die Schule, wo mir wieder tausend Fragen in den Kopf schossen: „Warum bin ich so? Warum sind alle anderen so schön? Warum bin ich nicht auch so toll wie sie?“

An jedem Spiegel, an dem ich vorbei ging, kam es mir vor als wäre ich ein hässliches Mädchen , ein Mädchen, an dem nichts mehr zu retten war, ein Mädchen, dass verloren hatte. Und dann kamen wieder diese Fragen nach dem Warum: „Warum bin ich so wie ich bin? Warum bin ich so dick? Warum können meine Beine nicht dünner sein? Warum ist mein Bauch so aufgebläht?  Warum ist mein Gesicht so rund? Warum bin ich so klein? Warum habe ich so eine schlechte Haut?“ 

Alles was ich sah, wollte ich nicht sehen, jeder Blick ließ mich noch mehr zweifeln und bei jedem Blick wollte ich noch lieber sterben. Ich wollte nicht mehr da sein, ich wollte verschwinden, ich wollte nicht mehr leben. 

„Warum? Warum? Warum?“

Nach einer langen Zeit ist es jetzt ein anderes „Warum?“Die Frage heißt für mich          jetzt: „Warum habe ich mir das angetan?“ Ja, das ist die Frage auf die ich Mittlerweile die Antwort weiß. 

Weil ich Krank war, Anorexia Nervosa hieß die Diagnose. 

Bewusst war ich mir über meine Situation sofort, doch etwas dagegen tun war zu Anfang sehr schwer, nicht weil ich es nicht wollte, sondern, weil ich nicht Redete. 

Ich war mir nicht darüber klar, dass ich mein ganzes Leben Dinge in mich hinein friss, über die ich nicht sprach. Ich habe meine Probleme nicht besprochen, nicht gesagt, was mir auf dem Herzen liegt. Genau das ist es was mich krank gemacht hat. Deshalb wurde ich zu dem Mädchen, was sich hasste. Ich habe einfach alles aufgenommen, geschluckt und nicht redet.

Aber das ist so falsch! Reden ist, wenn man in diesem Teufelskreis gefangen ist, das einzige was wirklich hilft! Wenn du deinen Mund aufmachst, wenn du deine Probleme jemandem anvertraust dann wirst du merken, dass du nicht alles falsch machst! Du wirst merken, dass es Lösungen gibt und du wirst merken, dass dir Menschen helfen möchten, dass anderen Menschen dich verstehen können. Aber dafür musst du die Hilfe annehmen, du musst den Mut haben und sprechen. Du darfst dabei weinen, du darfst dich zu Anfang unwohl fühlen aber du darfst nicht einfach alles in dich hineinfressen, wenn du daraus kommen möchtest und den Kampf gewinnen möchtest.

Suche dir Hilfe. Wenn du sehr starkes Untergewicht hast ist Psychologische und Ärztliche Hilfe  Notwendig und natürlich auch wenn du es einfach nicht mehr aushalten kannst oder eine andere Essstörung hast. Trau dich und erzähle ihnen von deinen Problemen!

Du kannst außerdem mit deinen Eltern, deinen Geschwistern, deinen Verwandten und Freunden reden, um dir selbst einen gefallen zu tun und ihnen erklären was in dir vorgeht. Suche dir jemanden der dir zuhört, der dir einfach ein kleines Stück Verständnis schenkt. 

Ich bin mir sicher, es gibt so viele Menschen, die dir helfen möchten. Niemand möchte, dass es dir so schlecht geht, dass du keinen Sinn mehr siehst, dass du stirbst. Sie möchten dich lächeln, lieben und leben sehen. 

Dafür musst du jetzt aufstehen. DU HAST ES IN DER HAND. Du kannst jetzt rausgehen und deinen Mund aufmachen, du kannst noch heute alles ändern, du kannst noch heute anfangen zu leben.

Es ist natürlich nicht leicht, aber es ist es zu 100% Wert, das Leben ist es Wert und du bist es Wert.  

Wenn du es wirklich willst, schaffst du es! Also steh auf und kämpfe! Steh auf und verwirkliche, dass was so unmöglich erscheint! Du bist so viel stärker als du denkst! 

Ich verspreche dir, du wirst es nicht bereuen wenn du es daraus geschafft hast. 

DAS LEBEN IST SCHÖN und das wirst auch du merken!

Ich hoffe sehr, dass ich den Betroffen etwas helfen konnte und euch einen Einblick geben konnte, dass ich auch mal in dieser Situation steckte und das einzige was half reden war, außerdem hoffe ich, dass Angehörige  ein Einblick in die Gedanken der Essgestörten bekommen haben und dass ihr ihnen nicht den Rücken zukehrt, auch wenn es schwer ist. Versucht immer wieder mit ihnen zu reden und ihnen zu zeigen, dass Hungern keine Lösung ist. 

HABE DEN MUT ZU REDEN! ICH GLAUBE AN DICH UND DAS SOLLTEST DU AUCH TUN!

Ich habe mir vorgenommen für euch öfter über die unterschiedlichsten Dinge, die mir zu ANOREXIA NERVOSA einfallen, zu schreiben. Lasst mich doch wissen was ihr davon haltet. 

Allerliebste Grüße eure Sophie 

3 Kommentare zu „ANOREXIA NERVOSA: THE QUESTION „WHY?“

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